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Back to Germany

Hier will ich auf den Rückflug eingehen, da dieser recht umfangreich war und eher das Gegenteil vom Hinflug dargestellt hatte, wollte ich diesen Beitrag alleine stehen lassen. Rückflug … so lange hab ich daran nicht gedacht und auf einmal ist es passiert. Die Zeit ist vorbei, vier Wochen, ein Monat. Ich bin doch erst eben angekommen und nun schon wieder weg? Das ist nicht fair, viel zu kurz, viel zu wenig geschafft. Ein Grund mehr wiederzukommen, auf Deutschland habe ich sowieso keine Lust mehr …

Um das Ganze etwas besser nachvollziehen zu können und es leichter für mich ist meine Gedanken zu sortieren, unterteile ich die Abschnitte des Rückflugs einfach. Von daher könnt ihr auch direkt Sachen überspringen, bin ich nicht nett? Egal. Wenn ihr Fotos sucht, ja das ist schwierig. Fotos konnte ich erst kurz vor dem Flug machen. Der Weg bis dahin war allein so schon etwas stressig und da wollte man nicht noch mehr Probleme haben, daher hat niemand Bilder gemacht, falls das irgendwie überhaupt möglich wäre, so dauernd unter Beobachtung. Netter Beigeschmack, Beobachtung, fast so schön wie Unterdrückung. Egal die Palästinenser haben so was täglich, dann bekommen wir das auch mal für einen Tag hin. Was ich aber jetzt schon sagen kann, ich würde es immer wieder machen.

Die Rückfahrt
Es ist 1 Uhr in der Nacht zum Samstag. Wir fliegen in vier verschiedenen Gruppen, erst sechs, dann vier und dann jeweils zwei einzelne Personen. Ich bin in der ersten Gruppe und wir starten bzw. wir sollten um 6.20 Uhr aus Tel-Aviv abfliegen. Jeder Reiseführer jedenfalls jeder guter schlägt vor für die Rückreise min. 2-4 Stunden einzuplanen. Wir fahren somit alle gleichzeitig ab, obwohl einige erst dann losfliegen wenn wir schon wieder in Deutschland sind. Der Fahrer wartet schon vor unserer Tür, der gleiche der uns auch abgeholt hat. Wir bringen unsere Koffer runter, die einfach noch voller sind und legen sie zusammen in das Taxi. Ein letzter Blick nach Hinten, ein letztes Mal Tschüss sagen und dabei noch kurz unsere schon eingelebte Lieblingskatze streicheln, naja fast. Wir fahren zu viert, also unsere komplette Wohnung, der Rest fährt in dem, zweiten Taxi. Wir haben das komplette Gepäck wie mir auffällt und schon bekomme ich auch Nachricht das wir nicht die offizielle Strecke zum Flughafen nehmen. Das hat auch einen guten Grund. Auf den Nebenstraßen gibt’s weniger Checkpoints, somit weniger außerplanmäßige Kontrollen. Wir sind angespannt. Was wenn wir doch angehalten werden?

Es ist schon ein wirklich komisches Gefühl eigentlich gar nicht so weit entfernt zu sein, also zum Flughafen aber sich trotzdem außerhalb von Ramallah nicht wohl zu fühlen. Eher beobachtet oder dauernd im Hinterkopf zu haben das doch etwas passiert. Wir erblicken demnach die schön leicht beleuchtete Landschaft bei Nacht. Eine Siedlung hier, ein Dorf da. Wir erkennen zum Teil den Weg jedenfalls den anfänglichen Abschnitt. Wir kommen an eine erste Kontrollstelle an, diese ist jedoch unbesetzt, jedenfalls draußen. In den Kontrolltürmen brennt Licht. Was die israelischen Soldaten wohl gerade machen? Wohl nichts Besonderes. Egal. Wir fahren weiter und halten Smalltalk mit unserem Fahrer, ein richtig netter Kerl, kann sogar paar Sätze auf Deutsch.

Die 1. Kontrolle
Wir kommen durch den ersten besetzten Checkpoint. Alles hell erleuchtet und überall Soldaten. Unser Fahrer fordert uns auf jetzt nicht mehr Englisch zu sprechen, wir können kein Englisch und wir sollen uns nicht wundern, jetzt spricht er nur noch hebräisch. Die Scheibe fährt runter und wir hören nur ein freundliches Shalom. Es werden paar Sätze gewechselt und sofort ruft ein Soldat fragend rein ob wir Englisch können, unser Fahrer erklärt ihnen dass wir nur einfache deutsche Touristen sind, ist ja eigentlich auch nicht gelogen. Die Soldaten schauen sich um und sehen unseren Kollegen der auf dem Beifahrersitz seinen Platz hat. Unser erster Fehler, den er hat palästinensische Wurzeln und das sieht man. Er wird direkt nach dem Pass gefragt. In dem Augenblick kommt in mir eine leichte Panik auf. Verdammt! Meinen Pass hab ich doch hinten in den Kofferraum gestopft. Wie war das nochmal mit Pass jederzeit griffbereit haben? Ach ja anscheinend hat uns das der Fahrer ausdrücklich am Anfang der Fahrt gesagt. Nun gut. Die Tür geht auf und der Soldat reicht mir den Pass meines Kollegen und fragt mich ob’s meiner wäre. Verwundert schaue ich ihn an und sage natürlich Nein. Er nickt und fragt nach unseren Pässen. Der Rest reicht seine Pässe durch und ich muss peinlich beichten das meiner hinten ist. Der Fahrer erklärt die Lage und ich darf raus zum Kofferraum meinen Pass holen. Er erklärt mir, dass alles in Ordnung ist und dass man das ja schon mal vergessen kann bei der Situation. Ich reiche meinen Pass. Alles gut und wir können weiter fahren. Leichter Unruhe kommt auf. Gut jetzt bleibt der Pass bei mir, solange ich in diesem Land noch stecke. Versprochen! Wir fahren weiter und fragen uns was noch alles vor uns liegt. Eine entspannte Fahrt sieht anders aus. Tausende Gedanken. Vielleicht liegt das nur an meiner Person, aber viele Wenn’s und Vielleicht fliegen durch mein Hirn. Egal es geht weiter.

Die 2. Kontrolle
Wir kommen langsam am Flughafen an. Von weitem recht gut erkennbar. Unser Fahrer möchte unsere Fluggesellschaft wissen und versucht dann herauszufinden, wo wir eigentlich abgesetzt werden sollen. Wir haben keine Ahnung, aber da die erste Maschine wieder die Turkish Airline ist, wird es wohl der Platz sein an dem wir auch angekommen sind. Das ist auch das kleinste Problem. Wir sehen die nächste Kontrolle. Diesmal noch mehr Leute, noch größer. Unser Fahrer erklärt uns dass er sein Glück versucht uns kontrollfrei sozusagen durchzubringen. Wenn wir Pech haben werden hier schon direkt wieder oder noch strenger kontrolliert. Wir bleiben an der Soldatin stehen. Eine junge Frau, wie viele von den israelischen Soldaten oder Behörden, kaum vorstellbar das diese Menschen aus der ganzen weiten Welt herkommen und in diesem Alter so viel Macht über uns haben. Die Frau fragt direkt woher wir kommen. Wir sollen einen Augenblick warten. Sie kommt zurück und bittet den Motor auszumachen. Ok langsam wird’s aber spannend. Wieder werden wir nach unseren Pässen gefragt. Sie sammelt sie ein, geht und kommt sofort wieder. Mit dem Finger zeigt sie auf einen Platz und erklärt uns, dass wir uns dahinstellen sollen und warten müssen. Ok, wird wohl nichts mit dem einfachen Touristenmärchen.

Die Frau kommt wieder und spricht direkt unseren Vordermann an, also unseren Kollegen und direkt geht’s los. Wer sind sie? Wo waren sie? Wie lange waren sie hier? Wieso waren sie hier? Welche Städte haben sie alle besucht? Können sie das beweisen? Wieso möchte sie jetzt zurück? (hier könnte eine oder jene Frage eventuell anders gestellt wurden sein, aber für den dramaturgischen Höhepunkt ist es natürlich wichtig)
Wir schauen uns hinten verwundert an und sind schockiert das nur er befragt wird, hat natürlich auch einen Grund. Wir wollen helfen und reichen sofort die offiziellen Dokumente unserer Institute dass wir belegen können dass wir nicht zum Spaß hier sind. Sie nehmen alles an und gehen wieder. Die Tür geht auf und ein Soldat steht vor mir. Jung und bewaffnet, aber das brauche ich nicht wohl nicht mehr zu erwähnen. Er fragt uns direkt wann unser Flug ist. Wir erklären ihm das wir alle unterschiedliche Flugzeiten haben, komischerweise. Der frühste Flug wäre jedoch gegen 6 Uhr. 6 Uhr fragt er nochmal nach? Ich sage ja und Schwupps zeigt er mit dem Finger nach hinten und fragt „Kennen sie diese Leute?“. Ich bin total verwundert, wen meint er oder wieso sollte ich hier wen kennen? Ich schaue zögernd nach rechts hinten raus und erblicke einen anderen Wagen. Auf dem Beifahrersitz sehe ich leicht einen längeren Bart und mir wird klar wer das ist, unser Betreuer sozusagen. Ich sage ja und fragt nochmals nach, wieder kommt von mir ein ja. Er gibt mir einen Daumen nach oben, sagt kurz ok und geht. Wohl haben wir den ersten Test bestanden. Wir sind erleichtert doch verwundert, seit wann steht der andere Wagen hinter uns? Wie haben sie es geschafft beide Taxen gleichzeitig hier anzuhalten. Das weiß ich bis heute nicht, sollte ich jedoch mal nachfragen.

Die Soldaten kommen wieder und es kommt wie es kommen muss, wir müssen aussteigen. Alle sollen sich vor dem Gebäude versammeln. Unsere komplette Gruppe ist wieder zusammen. Hach wie schön. Heimlich fragt man nach was sie gesagt haben, sie kämen aus Tel Aviv. Wir haben jedoch gesagt dass wir aus Ramallah kommen. Ups schon passt da was nicht. Egal wir haben alle Dokumente eingereicht von daher ist eh alles zu spät. Man sagt uns dass wir gleich einzeln durch Metalldetektor gehen müssen. Die Frau schaut sich um und zeigt direkt auf mich. Bitte einmal mitkommen. Der Mann neben ihr fragt, ob wir irgendwelche scharfen Gegenstände dabei haben. Ich taste mich ab und halte nur meinen Schlüssen hoch. Kein Problem, ich weiß es hört sich witzig an aber man weiß ja nie. Ich muss alles aus den Taschen holen, einmal kurz durch und das war’s auch schon. Durch das Getuschel und der Blicke der Soldaten, merke ich dass ich gleich in das weiße Zelt daneben geschickt werde, doch es kommt anders. Jemand weiteres kommt dazu und auf ein Mal dürfen wir zu unseren Wagen zurück, unsere Pässe erhalten wir gleich. Wir sind verwundert und unser Fahrer findet es heute mal sehr nett. Wir bekommen persönlich unsere Pässe und dürfen auch weiter. Natürlich wurden keine Koffer kontrolliert, diesen Spaß hebt man sich für später auf, das wussten wir auf Anhieb. Wir fahren weiter und rufen das andere Taxi an. Man klärt die Lage und wie wir den Fahrer bezahlen. Ich bin für den Rest verantwortlich, falls ich noch so viel Schekel dabei habe, doch der Fahrer bittet mich die Zahlung nicht vor den Soldaten durchzuführen. Kein Problem. Wir fahren weiter und sind auch schon direkt vor dem Flughafen. Noch einmal durchatmen.

Die 3. Kontrolle
Der Kreis schließt sich und wir halten da an wo unser der Fahrer vor vier Wochen herausgelassen hat. Anfängliche Gedanken kommen in mir auf und ich wünsche mir die vier Wochen nochmal herbei. Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, denn wir werden schon begrüßt. Ein Mann vom Flughafen wohl wie Alle irgendein Sicherheitsmitarbeiter kommt direkt auf uns zu und fragt sofort nach unserem Supervisor. Wir zeigen alle auf eine Person und er stellt sich vor und fragt auch wie es einem geht, natürlich mir ernsten Absichten. Wir sollen ihm folgen und direkt unsere Koffer mitnehmen. Ich gehe als letztes, da ich den Fahrer noch bezahle. Ich bedanke mich und gehe hinter der Gruppe her. Drinnen sollen wir uns direkt in eine Reihe aufstellen. Unser Betreuer soll direkt mitkommen und eine weitere Mitarbeiterin kommt und pickt sich noch jemanden aus unserer Gruppe heraus. Wir? Wir warten und sehen dass alle anderen Gäste sich nicht so anstellen oder ausfragen lassen müssen. Nach einigen Minuten kommen sie wieder und wie immer die gleichen Fragen. Woher kommen sie? Warum waren sie hier? Warum wurden sie für das Programm ausgewählt? In welchen Städten waren wie sie unterwegs? Was haben sie da gemacht? Haben sie Geschenke erhalten? Und so weiter.

Danach geht’s paarweise zur Kofferkontrolle falls man das so nennen kann. Das haben wir geübt und sind uns auch bewusst was man sagen soll und was nicht. Die Kunst liegt darin keinerlei Gründe zu vermitteln weitere Fragen zu erhalten und sich weiter zu verhaspeln. Haben sie ihre Koffer selbst gepackt? Ja! Haben sie Geschenke erhalten oder Souvenirs? Nein! Wo waren ihre Koffer während der Fahrt? Im Auto! Immer mit ihnen? Ja! Hatte jemand Zugang? Nein! Man belehrt uns dass das sein muss da ja explosive oder scharfe Gegenstände im Koffer sein könnten was wir natürlich auch verneinen. Wieder wird unser Pass gecheckt und wir bekommen unseren Sticker am Koffer und auf unseren Pass. Verschiedene Sticker mit verschiedenen Bedeutungen. Wir dürfen weiter zum Ticketschalter. Etwas Erleichterung. Zumindest dürfen wir jetzt unseren Koffer abgeben, ich muss jedoch nochmal auf die Toilette und fragte prompt einen Mitarbeiter, wo diese denn wäre. Er erklärt es mir und ermahnt mich direkt auch meine kompletten Koffer mitzunehmen, allein stehen zu lassen darf ich nicht. Wirklich jetzt? Einige Sekunden später kommt er nochmal und darf auch ohne gehen, es wäre eine Ausnahme. Danke. Zurück bin ich auch direkt am Schalter dran. Ich darf meinen Koffer wiegen lassen und sehe ihn wegfahren. Ob ich ihn wiedersehe? Ich weiß es nicht. Langsam ist es mir auch egal. Ich zeige mein Ticket auf dem Handy. Nein hier wird so was nicht akzeptiert da man keine Lesegeräte dafür hat. Ich bekomme meine beiden Tickets nochmal ausgedruckt und lege meinen Koffer aufs Fließband dann darf ich nochmal das Gewicht meines Handgepäcks kontrollieren und darf auch schon gehen. Fürs erste sind wir hier alle durch doch wir müssen uns beeilen bevor wir nochmal kontrolliert werden. Jedenfalls hat man uns empfohlen direkt hochzugehen. Somit verabschieden wir uns und lassen die restlichen 6 stehen. Ein wieder mal komisches Gefühl, doch jetzt will man einfach nur durch sein.

Die 4. Kontrolle
Wir gehen nach oben und müssen zunächst durch die typischen Absperrungen. Am Ende des Weges gibt es nur eine Öffnung. Eine Mitarbeiterin steht und wartet schon. Ob sie auf uns wartet weiß nicht, womöglich nicht. Die Leute vor uns gehen an ihr vorbei und dürfen einfach den Weg weiter geradeaus laufen. Sieht ja recht simple aus. Wir werden jedoch sofort darum gebeten sich links in eine Reihe zu stellen. Am Abend davor haben wir schon davor gehört dass manchmal einige Leute zur gründlichen Kontrolle wahllos ausgepickt werden wenn sie in einer Reihe stehen. Nun gut, komischerweise stehen wir nur da und sofort werden drei von uns heurausgeholt, inklusive mir. Wir müssen rechts in die, mit Milchglasabgesperrte Abteilung. Die anderen Drei wurden wohl in die andere Abteilung gebracht. Keiner von uns durfte also einfach normal durchlaufen. Sehr interessant.

Das Licht geht an, die Mitarbeiter kommen in Scharen und ich sehe viele Geräte, für alle möglichen Kontrollen, hoffentlich nicht für mich. Man bittet mich direkt mein Handgepäck zu öffnen und alle Kabel, ja wirklich alles Kabel einzeln herauszunehmen. Mein Notebook muss natürlich auch komplett raus, so wie ich auch mein Gürtel ablegen und meine Taschen frei machen muss, ach ja und natürlich mein Pass. Hätte ja sein können das ich so unbemerkt abhauen möchte. Mal wieder geht’s durch den Metalldetektor. Bis jetzt nichts sonderlich Außergewöhnliches. Eine Dame erklärt mir ob es jetzt in Ordnung wäre wenn mich ihr Kollege weiter näher untersucht, ich stimme zu und warte. In der Zeit soll ich mein Handgepäck noch weiter auspacken, Jacke zur Seite, Kabel raus, alles öffnen. Bitteschön! Sofort kommt auch der Herr in frischen Gummihandschuhen, ich soll ihm folgen und mich auf einen weißen Stuhl setzen. Dann muss ich meine Schuhe und Oberteil ausziehen und alles was ich noch in den Taschen hätte. Ein Taschentuch. Oh! Bloß dahin legen und nicht mehr anfassen. Dann nimmt er meine Sachen und geht. Ich warte und beobachte wie die Anderen von mir diese Prozedur jetzt durchlaufen. Anscheinend werden meine Schuhe besonders stark durchleuchtet wie man mir berichtet. Ich stehe auf und Schwupps werde auch ermahnt mich wieder hinzusetzen. Dann kommt er auch schon wieder und ich soll aufstehen, er geht meinen ganzen Körper entlang und dann kommen auch die Füße noch dran. Ich könnte ja etwas zwischen den Zähen versteckt haben, aber danke für die kostenlose Fußmassage. Man sind die nett hier. Dann fällt mir auf was eigentlich vor mir ist, ein Röntgenapparat. Mir einer sehr netten Erklärung dass das die sicherste und schnellste Variante wäre. Da brauch ich ja gar nicht mehr zum Arzt. Ich muss aufstehen und da rein, aber bloß nicht bewegen, Hände hoch und warten, danach wieder hinsetzen und warten. Erneut kommt der nette Herr und bekommt neben mir einen Anruf, anscheinend bekommt er Anweisung aus einem anderen Büro, aha. Ich soll aufstehen und mich drehen, dann stehen bleiben, leicht nach vorne, dann wieder drehen und auf dem Bildschirm leuchtet es in Grün mit dem Wort „clear“ auf. Ich darf wieder zurück zu meinen Sachen. Ich darf schon mal meinen Gürtel anziehen und einige Sachen zusammenpacken, ausversehen auch den Notebook. Ich werde drum gebeten ihn wieder auszupacken, der müsse nochmal durch. Ja wirklich alles wird durchleuchtet und mit verschiedenen Geräten abgetastet. Alles was sich auf der Oberfläche der Kleidung oder Sachen befindet kann nachgewiesen werden, Drogen, Sprengstoff oder Tränengas wenn man doch heimlich auf einer Demo war. Danach muss ich nochmals warten. Ich schaue wie meine Jacke besonders nach versteckten oder eingenähten Taschen abgesucht wird. Ein Blick nach Links und ich sehen meinen Kollegen der auch warten muss, ein Blick nach Rechts und ich höre wie mein Betreuer ausgefragt wird. Anscheinend stimmt was mit der Kameratasche der Uni nicht und muss deshalb einbehalten werden. Man bekommt sie nachgeschickt aber erst mal muss sie hier bleiben. Ich bin erstaunt, aber auch erleichtert als ich mein Notebook sicher wieder mitnehmen darf. Ich darf meine Sachen packen und bekomme meine Schuhe und meinen Pass als letztes. Angezogen und erleichtert darf ich jetzt weiter, der erste aus der Truppe. Man zeigt mir den Weg zur Passkontrolle. Ach Passkontrolle? Stimmt fast hätte man vergessen meinen Pass zu kontrollieren, diese Schlingel. Nun gut, ich schaue mich nochmal um und gehe los.

Die 5. Kontrolle
Ich laufe an der Seite des Gebäudes und schaue zu wie alle anderen Menschen durch die normalen „gewöhnlichen“ Kontrollen laufen. Hoffnungsvoll versuche ich ein bekanntes Gesicht zu entdecken, doch erfolgslos ziehe ich weiter. Es gibt mehrere Durchgänge und ich weiß nicht so recht ob ich warten oder weiter gehen soll. Im Raum sind viele Buden die vom Personal besetzt sind und denen man seinen Pass vorzeigt. Genauso wie auch am Anfang. Ich bleibe stehen und überlege welche Bude ich wohl nehme, in diesem Augenblick kommt auch schon ein Mitarbeiter und will mir helfen, ich bin jedoch etwas skeptisch und erkläre ihm dass ich meine Gruppe suche. Trotz allem drängt er mich dazu ihm zu folgen, diesmal an einen Computer auf dem mein Pass direkt auf einen Scannen gelegt werden kann. Do-it-yourself-Kontrolle sozusagen. Sofort poppt auch ein deutscher Text auf dem Bildschirm auf. Alles gut und ich soll den Pass entnehmen. Dann erhalte ich ein rotes Kärtchen, das gleiche wie am Anfang jedoch nun zur erlaubten Ausreise. Auf die Frage was ich denn mit dem blauen Kärtchen machen soll, antwortet er nur lächelnd das ich es als Souvenir behalten kann, eine Erinnerung an das Land. Ach? Ja Danke sehr nett. Ich gehe weiter und bedanke mich. Er wünscht mir noch ein „Guten Flug“ hinterher, sogar auf Deutsch. Ich drehe mich nochmal um, eventuell finde ich ja jemanden aber ich sehe niemanden. Ich laufe zum Drehkreuz, scanne mein Kärtchen und bin durch. Endlich vorbei.

Verplant laufe ich allein den Gang zum Aufenthaltsbereich entlang. Überall Duty-Free-Geschäfte und einige Fressbuden, natürlich alles koscher, sogar die Hamburger. Ich weiß nicht was ich tun soll und laufe zum Gate. Keiner da, also laufe ich wieder zurück und checke die Nachrichten. Nach einer halben Stunde treffe ich auf die zwei Anderen, die anderen Drei sind noch verschollen. Ich bin fix und fertig, beim anstarren der Ersatzkoffertasche schlafe ich auf dem Tisch ein. Ich wache wieder auf und auch der Rest ist jetzt da. Es ist kurz nach 5. Einige haben Hunger und aus Langweile laufe ich mit. Danach gehen wir auch schon zum Gate und auch da hat sich einiges getan. Der davor komplett leere Abteil ist nun, sehr gut gefüllt. Ich schließe mein Smartphone an eine Gratis-Ladestation an und lege mich auf den Boden. Ich bin müde. 24 Stunden wach und gestern noch 10 Kilometer gelaufen. Ich nicke kurz weg und werde auch sofort wieder wachgerüttelt. Es geht los, wir dürfen in den Flieger. Endlich!

Der Flug nach Istanbul
Wir gelangen zum Eingang und werden wie immer freundlich begrüßt. Wir begehen uns auf unsere Plätze, packen das Handgepäck und sind endlich in Sicherheit. Also zumindest das wir jetzt endlich los fliegen können. Der Flieger ist zwar nicht der gleiche den wir auf dem Hinflug hatten, aber was soll’s, solange ich schlafen kann, brauch ich eh keine Filme oder sonst was für Luxus. Ich lasse mir direkt ein Kissen reichen, versuche bei etwas Musik zu entspannen und schlafe ein. Da macht man kurz seine Augen auf und Schwups hat man Essen vor seinen Augen. Verwundert schaue ich es an und weiß nicht so recht ob es für mich sein soll. Schnell bemerkt auch das Personal das etwas mit dem Essen nicht stimmt und ich bekomme meine Extrakost. Das andere Essen bekommt mein Kollege. Genüsslich verspeise ich das Essen und versuche mich doch wieder etwas hinzulegen. Aber soweit ist auch nicht mehr. Bald sind wir zumindest in Istanbul.

Wir landen ohne Probleme und werden auch direkt mit einem Shuttlebus zum Flughafen gebracht. Jetzt muss alles recht schnell gehen. Wir haben eigentlich nur 50 Minuten Zeit zum umsteigen. Durch die leichte Verspätung des Fliegers wird’s knapper. Wir dürfen direkt zur Kontrolle und werden wieder durchgecheckt. Diesmal geht alles easy, einmal kurz das Handgepäck durchleuchten, mal eben durch den Metalldetektor und fertig. Na geht doch. Unterwegs überlege ich noch etwas einzukaufen, aber entscheide mich doch dagegen. Wir gehen direkt zum Gate und können eigentlich auch schon in den Flieger rein. Eigentlich Schade, Turkish Airlines übernimmt kostenlos einen Tagesausflug in die Innenstadt aber dafür müsste man schon hier einen Tag verbringen.

Der Flug nach Köln
Und wieder erwartet uns eine super Begrüßung. Im Flieger haben wir exakt die gleichen Plätze und wieder auch die gleiche Maschine. was soll’s, dafür sind wir schon bald Zuhause. Wenn wir ankommen, wird die zweite Gruppe erst losfliegen, da haben wir mal wieder richtig Glück. Achja, es gibt wieder Essen, das zweite Frühstück sozusagen. Bei mir ist jedoch das Obst etwas verschimmelt und ich lasse es zurück geben, nach wenigen Minuten bekomme ich eine Obstschale aus der ersten Klasse und später nimmt man sogar eine Beschwerde auf. Eigentlich wollte ich doch nur … ach egal, ich lasse sie machen. Dann gibt’s noch schön Kaffee und ich nebenbei schaue ich mir irgendeinen Film an, darüber zu schreiben lohnt sich jetzt jedoch nicht. Musik, etwas Lesen und schon schaue ich raus und sehe bekanntes Land. Ja so sauber akkurates Land, ja das muss Deutschland sein.

Wenige Minuten später setzen wir auch schon zur Landung an.
Köln, Deutschland, endlich vertrauter Boden. Ich bin froh aber auch traurig, irgendwie zu wissen da sind jetzt Menschen die man mit den Problemen alleine lässt. Wir verlassen den Flieger, sagen Tschüss und sind auch schon am Köln-Bonn-Flughafen angekommen. Ja hier merkt man sofort den Unterschied.

Endstation Koffer holen
Unser letzter Weg führt uns zur Kofferausgabe. Davor müssen wir natürlich noch an der Passkontrolle vorbei. Zwei Damen sitzen in der Kabine und ich reiche meinen Pass, dabei spreche ich so richtig schön aus wie ich mich freue die deutsche Polizei zu sehen. Was ich bekomme ist jedoch ein genervter Blick und ein kurzes „Ja, bitte weitergehen“. Ah ja. Ok ja wir sind wieder in Deutschland. Auf dem Weg zu unseren Koffern, bekommen wir die Meldung das von Jemanden aus anderen Gruppe die erst losfliegt, der Amazon Kindle einbehalten wurde, natürlich wie immer nur zur Kontrolle. Ich bin bzw. wir sind nur froh dass wir mit unseren Elektrosachen weiter fliegen konnten.

Am Fließband angekommen wir es jetzt spannend. Kommen unsere Koffer oder nicht? Wir warten und warten und ich sehe dann auf einmal meinen Koffer. Ich springe auf und hole ihn mir und sehe schon vom Weiten das er geöffnet wurde. Die anderen Koffer folgen und bei jedem Anderen das gleiche Spiel. Ich mache voller Angst den Koffer auf und alle Sachen kommen mir entgegen. Im ersten Moment fehlt mir mein Kulturbeutel. Ob noch andere Sachen weg sind weiß ich nicht, jedenfalls kommt es mir so vor. Alles durcheinander und komplett durchsucht. Bei den Anderen fehlen die Schuhe oder etwas wurde zerbrochen. Ich greife einfach rein und spüre sogar meine Weinflasche, ach wie geil, die ist sicher und sogar noch da, auch sogar meine Tücher, aber warten wir es ab. Alles was rausgeholt wurde, wurde umgeräumt und in andere kleine Plastiktüten gelegt. Was die wohl damit gemacht haben? Achja, wir haben sogar einen Infozettel erhalten. Alles wurde natürlich streng unter Aufsicht dokumentiert und nur zur Sicherheit kontrolliert, so will es zumindest das Gesetz. Danke Israel! Doch in diesem Augenblick ist es uns egal, wir sind angekommen, haben unsere Koffer und Notebooks und können Heim.

Einige werden abgeholt und man stellt sich wie es so ist gegenseitig vor. Schon komisch jetzt wieder allein nach Hause zu müssen. Ich merke wie die Emotionen hochkochen. Gedanken an die letzten Tage, an die Erlebnisse und die Menschen um mich herum. Es wird nicht leicht sein. Wie ich damit zurechtkomme weiß ich noch nicht. Was ich weiß ist, dass ich auf jeden Fall immer wieder machen würde. Demnach hoffe ich dass ich da nochmal die Möglichkeit bekomme und das schöne ist, dass das Projekt noch nicht vorbei ist. Bald kommen unsere Studenten aus Palästina zu uns und dann erlebt man eine erneute Reise, nicht direkt für uns aber für die anderen Studenten und das zu erleben und mitzubekommen wird auch nochmal was schönes. Ich hoffe es zumindest. Wir verabschieden uns und einige von uns nehmen zusammen die Bahn Richtung Köln. Zumindest ist es heute etwas warm.

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