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Birzeit University .. auf gehts!

University? Party, Palmen und Sangria? Eher nicht … dafür sehr nette Menschen,
interessierte Blicke, eine wunderschöne Aussucht und viel Vorfreude auf die nächsten Tage mit den Stunden der Birzeit University.

Aber erst mal heißt es wach werden, aufstehen und sich mit dem Team treffen. Wie immer ist das Wetter unberechenbar. Da denkt man an den Vortag oder die Nacht und nimmt etwas Wärmeres mit schon knallt die Sonne aufs Gesicht und das um 9 Uhr morgens. Sei’s drum, besser wie andersrum! Ach ein Reim.
Um zur Uni zu kommen lohnen sich größere Taxen die einen direkt in 10 bis 15 Minuten dahin fahren.
Wir sind nicht alleine, auch andere Studenten nutzen diese oder sogar Sammelbusse. Der ganze Fahrt kostet 4,5 Schekel was ca. 1,10 € ist und auch eher an eine Achterbahnfahrt erinnert. Sitzt man in der Mitte wird’s doppelt so spaßig, besonders wenn’s abwärts und um die Kurve geht, da kennt der Fahrer nichts, da heißt es nochmal ordentlich Gas geben. Nebenbei wird dann noch mit ruhiger Hand abkassiert.

Am Unigelände angekommen, werden wir erst mal vom Vorsitzender der Faculty of Engineering & Technology abgeholt, da der Zutritt nicht ohne Weiteres möglich ist. Nach der herzlichen Begrüßung erhalten wir eine private Führung, die mit paar allgemeinen Informationen über die Uni anfängt. Seit 1924 existiert die Uni schon jedoch zuerst als Schule, erst 1975 wurde diese offiziell zur Universität. Nun studieren da schon 12000 Studenten in verschiedenen Richtungen. Weiter geht’s mit einem Museumsbesuch. Wie so vieles, ist auch das Museum auf dem Campus, was verdammt cool ist. Beim Eintritt bekommen wir zunächst Infomaterial, u.A. auch ein Büchlein über die Geschichte hinter der Kunstsammlung, was an sich nichts besonderes ist. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Art dieses Buch zu lesen, denn primär wird im Arabischen alles von rechts nach links gelesen. Auch die Ziffern sind nicht immer die üblichen Arabischen sondern auch manchmal die indischen Ziffern, was auf dem ersten Blick nach Stargate erinnert. Die Kunstsammlung an sich ist recht facettenhaft und besteht aus Fotografien, Gemälden und kleinen Filmen. Einer beschrieb u.A. den Weg zur Uni in den Jahren 2000-2002, als die israelische Seite auf den Straßenwegen Barrieren errichten ließ. Somit mussten die Studenten zur ersten Barriere fahren, dann 1,5 km zu Fuß zur nächsten Barriere laufen und dann den Rest wieder weiterfahren. Diese Barrieren wurden an verschiedenen Orten aufgestellt. Auch eine Fahrt zum Krankenhaus wurde somit verhindert wenn’s nötig war, wodurch viele Kindern geboren oder einige Menschen an den Barrieren gestorben sind.

Nach dem Museum gibt’s erst mal ein Gruppenfoto und zack geht’s weiter! Was auffällt sind die vielen neugierigen Blicke. Viele haben von unserem Besuch schon gehört, Anderen fallen wir sofort als deutsche Besucher auf. Besucher gibt’s da nicht so viele und besonders nicht aus Deutschland. Natürlich machen wir Fotos, auch das fällt auf, so dass viele „Alemania!“ rufen und direkt ein Foto haben wollen.
Sogar ein Bauarbeiter, auf einer sehr „abgesicherten“ Baustelle, der uns sofort bemerkt hatte. Man zeigt uns das wunderschöne Gelände, das mit einem herrlichen Blick auf die Landschaft gesegnet ist und erklärt uns welche Fakultät wo liegt. Wir begehen uns darauf in das Büro des Vorsitzenden und werden erneut Willkommen geheißen. Wir sprechen einige organisatorische Dinge, auch bekommen wir unsere vorzeitigen Besucherausweise und erfahren ganz genau wann wir die Studenten sehen werden. Danach machen wir uns für den zweiten Rundgang auf, starten jedoch bei einer Filmvorführung. Was wieder auffällt, Blicke, überall! Den Film den wir anschauen heißt Wanted 18 und handelt von israelischen Kühen die von Palästinensern heimlich versteckt werden. Diese Geschichte wurde als „Comic“ an die Jugend weiter gegeben, ist aber tatsächlich so passiert und in dieser Doku zusammengefasst. Wirklich spannend, da es auch viele Eindrücke der gegenseitigen Gewalt zeigt, wer sich dafür interessiert kann gern hier schauen (gibt’s sogar eine deutsche Seite) wanted18. Nach der Filmvorführung geht’s durch einige Labore, u.A. das Virtual Reality Labor oder die Abteilung für Elektrotechnik.

Zum Schluss treffen wir uns wieder im Büro ein, diesmal zum Essen, dabei noch den Dekan und paar andere wichtige Leute kennen gelernt. Dabei lernen wir sogar schon die erste Studentin kennen die mit uns zusammen arbeitet. Man merkte auch bei ihr wie nervös und zugleich gespannt auf den morgigen Tag ist. Im Büro klären wir noch letzte Fragen und Events und jeder Wunsch kann umgesetzt werden, sogar mal Fußball mit den anderen Studenten zu spielen. Denn hier gibt es fast alles, Schwimmhallen, Fussballplätze, Camping-Plätze für Tandempartner und natürlich eine Mensa. Gegen Mittag gehen wir zusammen mit dem Vorsitzenden zum Busparkplatz wo wir uns entscheiden, diesmal mit einem Reisebus mitzufahren. 3,5 Schekel für 20 Minuten Klassenfahrt-feeling was gibt’s Schöneres? Mit den Blick auf den Parkplatz merkt man sehr das auch hier Studenten für das Studieren nicht gerade wenig zahlen müssen und viele Eltern dadurch wie man mir sagte, mehrere Jobs haben, da die Bildung für die Kinder sehr wichtig sei und das Land mehr Akademiker braucht. Bei der Situation auch kein Wunder. 5 Minuten später sitzen wir auch schon im Reisebus und fahren in Richtung Ramallah, das geschieht mit großen Fragenzeichen, denn der morgige Tag wird wohl noch spannender.

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