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Das bunte Nablus

Nablus ist eine alte und damit auch geschichtenreiche Stadt, 6000 Jahre voller Geschichte um genau zu sein. Für uns also ein Muss diese auch zu besuchen, dadurch mussten wir erst hinfahren was nicht so ganz leicht ist. Auf dem Weg nach Nablus gibt’s einige Checkpoints. Checkpoints? Ja genau. Palästina oder auch die West Bank, ist für die palästinische Bevölkerung eigentlich unproblematisch zu durchfahren. Doch leider sieht das die israelische Seite anders, deshalb kontrollieren sie u.A. die Straßen und setzen auf den Hauptwegen Tore auf, die von bewaffneten Soldaten bewacht werden. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn ein sehr junger Mann mit sich gerade gelangweilt auf seinem Gewehr abstützt, das auf direkt auf die Fahrbahn zielt und an selbst im Mittelpunkt steht. Nun ja, auch israelische Siedlungen findet man auf dem Weg nach Nablus und das sogar an den schönsten Plätzen. Palästinenser haben auch absolutes Einfahrverbot, passieren sie doch mal den Weg, obwohl sie sich ja offiziell auf ihrem Land befinden, werden sie im besten Falle gebeten umzukehren. Im schlimmsten Fall, naja, stehen die Soldaten nicht ohne Grund mit einer Waffe vor Ort. Die Checkpoints schließen oft unterschiedlich und manchmal werden sie einfach nach Lust und Laune früher geschlossen, was einen Umweg bedeutet. Das konnten wir an diesem Tag an eigenem Leibe erleben und selbst an den offenen Checkpoints muss man aufpassen. Ein lange Blick und schon wird man rausgewunken, was uns auch passiert ist. Daher war die Fahrt ein eigenes Abenteuer mit prachtvollen Landschaften, die aus vielen Olivenbäumen besteht. Zurück zu Nablus.

Angekommen haben wir uns schon auf den großen und sehr langen Markt gefreut. Bunt, alles sehr bunt viele kleine Gänge die man entdecken kann. Es wirkt wie eine perfekte Szenerie für den nächsten Bond Film. Hier bekommt man wirklich alles, Tabak, einen frischen Ziegenkopf oder einfach einer der besten Falafel. Mit 60 Jahren Erfahrung auch kein Wunder. Wenn man doch aber mal beten will geht man in die 2000 Jahre alte Moschee, die sogar bei den Kreuzzügen noch den Christen gehörte. Mein erster Besuch in einer Moschee fühlt sich doch seltsam an, aber nicht schlimm sondern eher beruhigend. Auch hier lernen wir sogar Menschen kennen, die uns von ihrer Lebensgeschichte erzählen. Wir sind beeindruckt wie viele Wege durch den Markt und der Moschee führen. Daher möchte ich mich diesmal mit dem Schreiben zurück halten und die Bilder für mich sprechen. Entsprechend der Situationen mit dem Checkpoint, zeige ich nicht alle Bilder. Auf dem Weg nach Hause konnten wir noch bei einer orthodoxen Kirche vorbeischauen. Der Vorhof war wieder wie aus einem Film, Brunnen, Pflanzen, hohe Mauern. Wir hoffen nochmal nach Nablus zu kommen um die bekannte Knafeh Fabrik zu sehen. Knafeh eine sehr leckere und warme Süßspeise, die aus einem besonderen Käse und Kadaifi besteht und mit einem Zuckersirup begossen wird. Nablus wird sozusagen als Ursprungsort dieser Speise angesehen. Diese konnte ich auch zum Glück einige Tage danach testen. Aber wir bleiben erst mal bei Nablus.


*die Bilder sind diesmal wieder etwas größer

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