Skip to content

Die Studenten & warum wir hier sind!

Der eigentliche Grund der Reise und das erste Kennenlernen mit den Studenten der Birzeit University möchte ich etwas zusammenfassen, also die ersten zwei Tage. Nach der typischen Morgenroutine, machten wir uns wieder auf den Weg zur Uni, wieder eines schickes gelbes großes Taxi. Was auch sonst. An der Uni angekommen laufen wir diesmal direkt am Sicherheitspersonal vorbei. Diese wollen jedoch kurz wissen wer uns die Ausweise ausgehändigt hat und schon können wir auch weiter zum Büro des Vorsitzenden. Wie immer viele Blicke, aber langsam gewöhnt man sich daran.

Der Vorsitzende erwartet und schon und bringt uns in den Gemeinschaftsraum der eine Etage höher liegt. Der Raum öffnet sich und erwartungshaltige Blicke. Die Studenten (eigentlich Studierende genannt, aber lassen wir das mal so stehen) warten schon auf uns. Wir machen eine schöne Runde und jeder begrüßt jeden, danach setzen wir uns alle hin. Da jeder Zugang zu jedem CV hat, also Lebenslauf und Motivationsschreiben will man natürlich auch ein Gesicht zu dem Namen, daher stellen wir uns dann alle nochmal persönlich mit Namen und Erfahrung vor. Dann wird endlich die Projektidee besprochen, beide Seiten kommen dabei zu Wort.

Project Yallah, You all are hackers. Dabei geht es nicht um technische Knobeleien, nein es um geht dabei um soziale Probleme, wie und wo ist egal. Natürlich aber eher in Palästina. Zusammen mit den lokalen Studenten, sollen wir uns in verschiedenen Teams soziale und kreative Ideen ausdenken und diese innovativ umsetzen. Ob selbstgedruckte Roboter oder sensorgesteuerte Grünanlagen, alles ist möglich. In erster Linie geht’s um den internationalen und kulturellen Austausch und die Zusammenarbeit im Team um das Wissen und die Erfahrung beider Nationen zu verbinden. Nebenbei soll das Land und das Leben der Menschen erforscht und erkundet werden. Am besten durch neue freundschaftliche Beziehungen, die auch in Zukunft Bestand haben. Dabei sind wir, wie schon erwähnt 4 Wochen in Palästina, mit wir meine ich einen bunten Haufen mit verschiedenen Erfahrungen und akademischen Hintergründen. In der Zeit werden die Projekte gestartet und soweit ausgearbeitet wie es nur möglich ist. Einige Monate später besuchen uns die Studenten dann in Deutschland und lernen unser Land kennen. Wie weit dann Lösungen ausgearbeitet werden ist nicht klar. Trotz allem gibt es viel zu entdecken und zu erlernen, u.A. auch die Sprache die für beide Seiten recht schwierig ist. Wer gern mehr über das Projekt erfahren möchte kann gerne hier nachschauen Link: Yallah Exchange, auch da gibt es einen recht aktuellen Blog über den Gesamtprozess.

Nach der offiziellen Vorstellung, fangen wir an in dem jeder Student 5 Minuten Zeit hat und sich einige soziale Probleme überlegt oder mögliche Innovationen aufschreibt. Diese besprechen wir dann anschließend in der Runde, nebenbei werden diese nochmals notiert, falls doppelte Ideen auftauchen, doch zunächst ist jede Idee gefragt. Mehr und mehr kommen wir ins sprechen und unterhalten uns über politische als auch sehr banale Probleme. Dabei ist das Problem das wir zu wenig Wissen über den Alltag hier haben und nur unsere Ersteindrücke nutzen können, was auch irgendwie durch die Probleme und Lösungen in Deutschland gut sein kann. Nachdem alle Ideen erläutert wurden, konnten wir uns bei Kaffee und Tee persönlich austauschen und über einige Probleme genauer unterhalten. Aber nicht nur das, sondern auch über vieles Andere, wie z.B. ob jemand etwas Deutsch kann oder welche arabischen Wörter wir schon gelernt haben. Mehr und mehr merkt man wie die Stimmung lockerer wird. Da die Studenten hier vor Ort ihren normalen Unialltag haben, müssen auch zunächst freie Termine gefunden werden. Diese sollen dann bis zum nächsten Tag herausgefunden werden. Wir beenden den offiziellen Tag und gehen essen, aber in die Mensa, was für uns was ganz Besonderes ist. Frisches Essen oder Baguettes wie bei Subway, alles ist vorhanden. Wir machen Fotos oder wissen gar nicht was wir nehmen sollen und bemerken das wir uns wie Gruppe fremder Touris anstellen, ähnliche wie die Chinesen in Deutschland. Viele schmunzeln und wir selbst finden es lustig, aber egal es gibt Essen!

Der nächste Tag verläuft zu Beginn wie immer. Wie immer? Naja wie zuvor, Aufstehen, Waschen, Anziehen, Treffen und go! Etwas Brumm Brumm und Uiiiii Achterbahn und schon sind wir da. Diesmal muss man erwähnen, dass der Taxifahrer versucht hat mehr von uns in ein Taxi zu „stopfen“ als überhaupt Sitzplätze vorhanden waren. Nun gut, wir sind sicher angekommen.

Diesmal haben wir einen anderen Arbeitsraum bekommen und warten auf die Studenten, da diese Teilweise bei den Vorlesungen waren und auch nicht den ganzen Tag Zeit haben. Als alle soweit eingetroffen sind, werfen wir etwas leicht zusammengefasst, alle Themen nochmal an ein Whiteboard und besprechen diese. Dann soll jeder seinen Namen an ein oder zwei Themen die er interessant findet dranschreiben. Die ohne werden weg gelassen und die mit nochmal nach der Reihe aufgeschrieben. Dann gehen wir die Punkte nochmal durch und jeder legt seine Hauptinteressengruppe fest, was recht schwierig ist bei den ganzen guten Ideen. Natürlich kann man auch bei anderen Gruppen mitmachen nur sollte man nicht hin und her wechseln. Gewissermaßen stehen die Gruppen fest und wir haben Zeit uns etwas mit den Studenten über die Ideen zu unterhalten. Dabei fangen auch andere Themen an, was mir besonders am Herzen liegt. Aber wann bekommt man schon die Gelegenheit? Also keine Scheue und immer schon nachfragen. Danach gehen wir zusammen Essen, diesmal in eine ander Cafeteria. Die Mitarbeiter schieben für unsere große Gruppe sogar die Tische zusammen. Auch hier wieder die volle Auswahl, mit Salatbuffet und Obst. Dabei kommen wieder schöne Themen auf, u.A. wie man sich bei uns und bei ihnen an der Uni bewirbt, wer wie Deutsch lernt und wie sich die Studenten das Leben leisten können und das in beiden Ländern. Nachdem Essen gehen wir nochmal zurück und besprechen den nächsten Tag. Zusammen gehen wir dann aus dem Gebäude. Dabei ist es erst kurz nach vier, anscheinend hier schon viel zu spät. Draußen bemerken wir die wunderbare Sicht, besser als die Tage zuvor. Das liegt an den heftigen Regen die gefallen sind und den Staub verdrängt haben. Wir können, für uns unvorstellbar, Tel Aviv sehen und das Meer begutachten. Dabei ist man überwältigt und schockiert zugleich, da wir jetzt erst sehen wie nah Tel Aviv für uns ist, jedoch für die Studenten unerreichbar, da diese ohne Genehmigung die West Bank nicht verlassen dürfen. Die Freiheit endet sozusagen am Checkpoint und das für die meisten seit ihrer Geburt. Diese Gedanken lassen uns dann für den restlichen Tag nicht mehr los. Eher im Gegenteil, denn auf dem Weg zum Bus werde ich von einem Studenten angesprochen, der wie so viele, schon von unserem Aufenthalt gehört hat und mir seine Liebe zu Deutschland berichtet. Auf dem Weg zum Bus vertiefen wir unser Gespräch und ich bekomme Dinge erzählt die ich so noch nie aus erster Hand höre, dabei wird mir klar das nicht das Letzte sein wird.

Ich halte mich mit Bildern zunächst bedeckt, trotz allem hier einige Ausschnitte, die besonders langweilig sind. HaHa.

Be First to Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *